Funktionsprinzip / MAP-Thermostate

MAP-Thermostat
Bedarfsgerechte Regelung der Motortemperatur

Bei hoher Motorlast kann eine zu hohe Betriebstemperatur Klopfneigung und Zündverzögerung begünstigen. Ein MAP-gesteuertes Thermostat senkt in solchen Situationen die Kühlmitteltemperatur gezielt ab, während es unter Teillast eine höhere Temperatur für einen effizienten Motorbetrieb zulassen kann.

Das Thermostat sitzt im Kühlmittelkreislauf und verändert abhängig von der Temperatur Strömungsweg und Volumenstrom. Sobald die Öffnungstemperatur erreicht ist, beginnt das Ventil zu öffnen. Mit weiter steigender Temperatur vergrößert sich der Hub bis zur vollständig geöffneten Position.

Aufbau eines Thermostats

Ein MAP-Thermostat, auch elektronisches Kennfeldthermostat genannt, ergänzt diese bewährte Mechanik um eine integrierte Heizpatrone. Das Motorsteuergerät verarbeitet Kühlmitteltemperatur, Motordrehzahl, Last, Geschwindigkeit und weitere Betriebsdaten. Anhand eines gespeicherten Kennfelds steuert es den Strom durch die Heizpatrone.

Die zusätzliche Wärme erreicht das Wachselement unabhängig von der aktuellen Kühlmitteltemperatur. Dadurch kann das Thermostat zu einem vorgegebenen Zeitpunkt früher öffnen und einen größeren Kühlmittelstrom freigeben.

Aufbau eines MAP-gesteuerten Thermostats

Der dargestellte Aufbau umfasst Heizpatrone, Hauptventil, Dichtelemente, Bypassventil, Gehäuse, Wachselement, Hauptfeder, Arbeitskolben, Traverse und Bypassfeder. Alle Bauteile müssen mechanisch und thermisch aufeinander abgestimmt sein.

Ohne elektrische Ansteuerung arbeitet das Thermostat weiterhin über die natürliche Erwärmung des Kühlmittels. Die Kennfeldansteuerung erweitert diese Grundfunktion, ersetzt sie jedoch nicht. Damit bleibt eine mechanische Sicherheitsfunktion erhalten.

Bei niedriger Last kann eine höhere Kühlmitteltemperatur Reibung reduzieren und die Verbrennung unterstützen. Bei hoher Last oder kritischen Betriebszuständen öffnet das Thermostat früher, um Bauteile vor übermäßiger Temperatur zu schützen.

Für die Entwicklung sind natürliche Öffnungstemperatur, elektrisch beeinflusster Öffnungspunkt, Hub, Heizleistung, Ansprechzeit, Druckverlust, Dichtheit und Lebensdauer entscheidend.

Im Vergleich zu einem konventionellen Wachsthermostat bietet die MAP-Regelung eine flexiblere, lastabhängige Motortemperatur. Dadurch kann der Motor häufiger in einem optimalen Temperaturfenster betrieben werden.

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